Die bescheidene Petra Wessel ist bei IKEA schon länger dabei als so manche Regal-Serie. Wie sie sich Stück für Stück beim Möbelhersteller hochgearbeitet hat und was man braucht, um solange dabei zu bleiben, erzählt die 52-Jährige gerne.

Petra Hesser ist seit Februar 2006 nun schon Geschäftsführerin des Möbelhauses Ikea in Deutschland. 22 Jahre zuvor begann sie ihre Karriere beim Konzern. Zwischendrin war sie als Leiterin für die Personalentwicklung zuständig und bekleidete den Posten der Geschäftsführerin in den Niederlanden. Im Juli dieses Jahres wurde die 52-Jährige dann zur Personalchefin in die Konzernleitung bei IKEA berufen.

Ihr erstes IKEA-Möbelstück war ein Ivar-Regal während ihres BWL-Studiums. Die Reihe gibt es, wie sie sagt, immer noch und ist zu einem Verkaufsklassiker geworden. Dass sie damals schon bei ihrem zukünftigen ersten und bislang einzigen Arbeitgeber einkaufte, wusste sie noch nicht.

Ausdauer zahlt sich aus

Wessel betont gerne: „Um so lange in einem Unternehmen zu bleiben, müssen natürlich verschiedene Faktoren zusammenkommen. Wichtig ist, dass der Mitarbeiter immer neue, herausfordernde Aufgaben erhält und sich dadurch beruflich und persönlich weiterentwickeln kann. Das Unternehmen muss eine entsprechende Weiterbildungs- und Entwicklungsstruktur bieten, die solche Wechsel ermöglicht.“

Frauen müssen ihrer Meinung nach keine anderen Voraussetzungen als Männer aufweisen. Also ebenfalls nur „gute fachliche Grundlage haben, Managementwissen mitbringen und das Thema Führung und Menschen lieben“. Wessel möchte gerne Vorbild für jüngere Frauen sein, die auch in die Führungsetage wollen. Wichtig ist es, sich selbst treu zu bleiben –„authentisch“. Sonst gehe man nach ihrer Meinung bei einer 50 bis 60 Stundenwoche kaputt. Arbeit muss Spaß machen, sonst ist man nicht gut darin. Sie bewundere Frauen, die Kinder und Beruf gleichwohl erfolgreich in Angriff genommen haben – für diese Frauen will sie natürlich kein Vorbild sein.

Es ist fast undenkbar, dass Wessel dem schwedischen Möbelhaus irgendwann  den Rücken kehrt. Aber wenn sie es einmal tut, dann wahrscheinlich nur, weil die Karriereleiter im Konzern keine weitere Sprosse mehr nach oben hat, wissen ihre Kollegen.