Unternehmen, in dessen Vorständen auch weibliches Personal vertreten ist, sind gewinnbringender als reine Männerriegen.

Mit einem hohen weiblichen Anteil in den Führungsposten wirtschaften Unternehmen erfolgreicher, so das Resultat einer Studie des Wirtschaftsprüfungs-  und Beratungsunternehmens Ernst & Young. Es wurden im Zuge der Untersuchung die 3000 größten börsennotierten Firmen in Europa zur Auswertung herangezogen. Der Großteil der Betriebe stammt aus Frankreich, England und Deutschland. 30 Prozent der untersuchten Unternehmen sind in dem Gebiet Finanzwesen und Industrie tätig. Kern der Studie war es Kennzahlen aus 2005 mit denen aus 2010 zu vergleichen. Allerdings wurden bei der Studie die Branchen Energie- und Rohstoffe ausgeklammert, da die Vorstandsposten hier nahezu ausschließlich mit Männern besetzt sind. Dass diese Branchen dennoch sehr gut abschnitten, wird mit der Sonderkonjunktur in diesen Gebieten ausgeschlüsselt.

Ganz eindeutig zeigen die bedeutenden Kennzahlen Umsatz, Gewinn, Mitarbeiterzahl und Börsenwert einen höheren Anstieg als der Durchschnitt aller Unternehmen, wenn in den Führungsetagen sowohl 2005 als auch 2010 wenigstens eine Frau beteiligt war. Sogar dann, wenn nur eine einzelne Frau erst bis 2010 in die frühere Männerwirtschaft eintrat, wirkte sich das merklich positiv auf den Gewinn der untersuchten Konzerne aus.

Deutlich schlechter fiel das Urteil für Betriebsspitzen aus, die auch 2010 noch keine Frau in der Chefetage eingebunden hatten. Bei solch einem reinen Männerverein war der Umsatz, Börsenwert und auch die Beschäftigung schlechter als beim Gesamtdurchschnitt.

Insbesondere der Abstand zum Durchschnitt ist bei Umsatz und Gewinn extrem groß, wenn eine Frau an der Führung beteiligt ist, zeigt die Studie. Gruppenprozesse vor allem werden durch das vorhandene soziale Gespür positiv beeinflusst.

Zeichen eines zeitgemäßen Handelns

Ana-Cristina Grohnert, die Personalchefin bei Ernst & Young für den deutschsprachigen Raum, schließt aus den Zahlen nicht nur ein eindimensionales Ergebnis, sondern sieht Frauen in Führungspositionen als Zeichen einer neuen Unternehmensära. Frauen auf Chefposten zuzulassen sind zumeist die Folge eines Umdenkens. Dieses moderne Handeln sei Zeichen dafür, dass ein Konzern begonnen hat modern und zukunftsorientiert zu handeln und sich einem erfolgreichen Wandel unterstellt. „Es geht um Vielfalt – es geht um den Mix“, weiß Grohnert. „Männliche oder weibliche Monokulturen sind in unserer heutigen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts überholt – und hoffentlich auch bald in den Führungsetagen der Wirtschaft“, hofft die Managerin.