Anlässlich des Equal Pay Days am 23.März 2012 teilte das Statistische Bundesamt die Verdienstunterschiede zwischen Männer und Frauen mit.

Im Durchschnitt verdienten Frauen 2011 brutto 23 Prozent weniger als Männer. Damit hat sich nichts im Vergleich zum Vorjahr getan.

Gründe dafür untersuchte man 2006 in einer groß angelegten Studie und vermutet, dass sich diese Faktoren nicht über Nacht ändern werden. Die wichtigsten messbaren Gründe für den unbereinigten Gender Pay Gap (Geschlechter-Einkommenslücke) liegen in der unterschiedlichen Auswahl von Berufen. Männer neigen eher zu wirtschaftlichen und technischen Jobs, die besser bezahlt werden, wohingegen Frauen sich überwiegend für soziale Berufe engagieren. Ebenso werden nach konservativer Tradition immer noch Männer bevorzugt, da sie weniger durch den Anspruch einer Familie ausfallen. Ungleich verteilte Arbeitsplatzanforderungen hinsichtlich Führung und Qualifikation spielen ebenfalls in den Gehaltsunterschied mit hinein.

Durch die beschriebenen Gründe können rund zwei Drittel des Unterschieds in den durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten erklärt werden.
Das übrige Drittel des Verdienstunterschieds entspricht dem bereinigten Gender Pay Gap. Er lag in Deutschland im Jahr 2006 bei etwa 8 %. Das heißt, dass im Durchschnitt Arbeitnehmerinnen auch unter der Voraussetzung vergleichbarer Tätigkeit und äquivalenter Qualifikation im Jahr 2006 pro Stunde 8 % weniger als Männer verdienten.