Mai 2011 hatte Frau Dussmann angekündigt, im Konzern aufzuräumen – ein Jahr später ein Resümee

Die Dussmann-Gruppe basiert auf vier Standbeinen: Gebäudeservice, Senioren-Residenzen (Kursana), Büro-Dienstleistungen und dem Kulturkaufhaus an der Friedrichstraße in Berlin. Mit dem Gebäudeservice werden Arbeitsangebote wie Raumreinigung, Hausmeisterbelange und Kantinenbetrieb angeboten und stellen auch die Kernleistung von Dussmann dar.

Peter Dussmann hat innerhalb weniger Jahre aus dem Nichts dieses Riesenunternehmen aufgebaut. Doch mit seiner schweren und langanhaltenden Krankheit konnte keiner rechnen. Nur gut dass es da seine Frau, Catherine Dussmann, gab, die für ihn die Geschäfte stückenweise übernommen konnte. Seit dem Schlaganfall 2008 kümmerte sie sich immer mehr um das Unternehmen und ließ das auch die Mitarbeiter merken. Diese waren aber in der Gesamtheit keineswegs  begeistert.

Sie wurde erst Aufsichtsratsmitglied und dann zog es sich nach weniger Zeit an die Spitze dieses Gremiums. Die amerikanische Dame wollte den Laden nicht nur in der Tradition ihres Mannes weiterführen, sondern hatte eigene Pläne. Es war  ein schweres Unterfangen das Unternehmen mit 1,4 Milliarden Umsatz im Jahr weiterzuführen, wo der Vorstandschef und Finanzvorstand gegangen sind. Aber sie wollte sich um jeden Preis durchsetzen, auch wenn das bedeutete, dass die ehemals engsten Vertrauten ihres Mannes gehen mussten.

Catherine von Fürstenberg setzt sich durch

„Sie begnügt sich nicht mit einer Rolle im Hintergrund. Es drängt sie nach vorn“, behaupten Menschen, die ihr weniger Gutes wollen. Von anderen Mitarbeitern hört man, dass Frau Dussmann den Führungsstil des Vorstandschefs, Thomas Greiner, nicht guthieß. Er solle die Moderation innerhalb des Hauses vernachlässigt haben, in dem man nun wieder um mehr Einheit bestrebt ist.

Doch die Zahlen, die Dussmann und der neue Vorstandschef Dirk Brouwers präsentieren, zeigen, dass der Führungswechsel von Mann zu Frau dem Unternehmennicht geschadet hat. Auch wenn die Ergebnisse auch noch der Arbeit des ehemaligen Mitarbeiters Greiner geschuldet sind. Zukünftig wolle Frau Dussmann sich jedoch weniger im Tagesgeschäft verwirklich sehen und zieht sich nach der steinigen Anlaufphase gerade wieder zurück, um vermehrt Zeit mit ihrem Gatten zu verbringen.

Drohender Erbstreit?

Dussmanns Rechtsform ist seit dem Wechsel die einer Führungsstiftung. Aus dem Aufsichtsrat ist nun ein Stiftungsrat geworden, an dessen Spitze Catherine Dussmann sitzt. Inhaber des Unternehmens ist weiterhin zu 100 Prozent Peter Dussmann. Was bei einem Ableben des Mannes passieren würde, möchte sich die Belegschaft lieber nicht ausmalen, da die einzige Tochter Dussmanns seit längerer Zeit im Clinch mit der Mutter liegt.