Die erste Afroamerikanerin, die Milliardärin wurde.

Lange war es ruhig um Oprah Winfrey geworden, doch fast egal wo auf diesem Planeten, jeder kennt ihren Namen. Sie hat als Talkerin in den 80iger Jahren angefangen und sich vorerst für Sorgen der ganz normalen Menschen interessiert. Doch mittlerweile ist Winfrey dafür bekannt und berühmt, dass bei ihr Prominente weinen, gestehen, lachen und verkünden. Die Liste der Stars, die bislang auf ihrer Couch saßen, ist lang. Michael Jackson präsentierte sich frisch aus dem OP zurück in ihrer Show der Öffentlichkeit, Tom Cruise schwärme damals von der jungen Liebe, Whitney Houston zeigte sich nach der Reha und Liz Taylor redete offen über ihre Scheidung. Mit dem Präsidenten und deren Gattin ist sie gut befreundet. Oprah ist die perfekte Mischung aus professionell und einfühlsam.

Es ist also kein Wunder, dass Lance Armstrong sich die Queen der Beichten für seinen TV-Auftritt aussuchte. Doch nicht nur für den Rad-Profi war diese Wahl wichtig – auch Oprah schätzte ganz sicher mal wieder den guten alten Rummel um ihre Person. Denn wie schon 2009 von ihr angekündigt, kann der Amerikaner seit 2011 die Show nur noch im Pay-TV sehen. Mit diesem Schritt verringerten sich die Einschaltquoten auf einen Bruchteil des Gewohnten. Die vielen treuen Zuschauer, gerne sieben Millionen am Tag, können sich den Talk nicht mehr leisten. 25 Jahre lang strahlte der Sender ABC ihre Show aus. Jetzt schauen nur noch 147.000 Leute (14-54 Jahre) auf ihrem eigenen Kabel-Bezahlkanal Oprah Winfrey Network (OWN) zu. Am Ende ihres Karriere-Hochs 2009 verdiente sie laut dem Forbes Magazine 315 Millionen amerikanische Dollar pro Jahr und wurde zur „einflussreichsten Prominenten“ gekürt.

Die Macht einer glaubwürdigen Biographie

Sie wurde erfolgreich, weil sie eigentlich eine ihrer Zuschauer und Gäste war. Ihr Lebensweg zeichtnete sich zu Beginn keinesfalls als leicht ab. Ihre Eltern, zwei minderjährige ´Teenager, brachten sie 1954 auf eine Welt, die noch tief in der Rassentrennungs-Debatte steckte. Laut eigenen Angaben wurde sie mit neun Jahren missbraucht, mit 15 Jahren dann ungewollt schwanger. Das Kind starb leider, kurz nachdem Oprah es gebar. Im Laufe ihres Heranwachsens nahm sie Drogen und litt an einer Esssucht. Doch ihre Kraft reichte, um den Süchten Lebewohl zu sagen und sich von der Sozialhilfeempfängerin zum jüngsten und ersten Menschen mit schwarzer Hautfarbe unter den etwa 1.000 Milliardären auf der Welt zu arbeiten. Mittlerweile ist Winfrey ein Garant für Erfolg. Sie kann einem zum Sieg verhelfen oder jemanden vernichten. Forscher der Harvard-Business-School kamen zu der Erkenntnis, dass die Marke Oprah genauso stark wie Marlboro oder Coca-Cola sei. Kein Wunder, denn es gibt zahlreiche Beispiele, die ihren Einfluss zeigen: Kentucky Fried Chicken kündigte über ihre Sendung eine Rabattaktion an und verkaufte prompt zehn Millionen Coupons im Netz. So oder so ähnlich lief es auch bei der Empfehlung von Spanx, einer Bauch-weg-Strumpfhose, oder den Törtchen von Sprinkles. Vor allem aber profitierten Autoren von den Vorstellungen im Oprah-Book-Club. Marktforscher analysierten, dass eine Empfehlung der Talk-Dame einem Autor etwa 1.2 Millionen verkaufte Bücher bringe.

Wiederbeatmung

Es ist daher nur verständlich, dass Oprah das Interview mit Armstrong für sich nutzte, um an die guten alten Zeiten wiederanzuknüpfen. Die erste Sendung des Gesprächs konnte 4,3 Millionen Menschen vor den Fernseher ziehen. Die Werbeunterbrechungen ließ sich der Sender gefühlt in Gold aufwiegen. Und die Hoffnung in allem: Zuschauer werden künftig den Sender abonnieren. Denn irgendwie hat doch ohne Oprah was gefehlt, sollen sie sich denken.

In Armut versinken wird Winfrey trotz der zurückhaltenden Quoten nicht und doch ist es für sie sicherlich ein Schlag in Gesicht gewesen, dass ihr nur so wenige Fans von Sender zu Sender gefolgt sind und sich nun nicht mehr ständig auf ihrer Webseite und in den sozialen Netzwerken für sie interessieren. Andersrum hat Oprah aber auch an ihre Zuschauer ausgeteilt. Denn das Leid der kleinen Leute besprach sie bisher für den normalen Bürger zu einem Nulltarif, den sich jeder leisten konnte. Nun stellt sich/sie jedoch die Frage: Was ist mir Oprah wert?