Susanne Klatten steht auf Weltrang 58 der reichsten Menschen der Welt und weiß ihre Macht auch in Zukunft weiter auszubauen.

Gestern veröffentlichte das US-Magazin „Forbes“ wieder einmal die Liste der Superreichen weltweit. Die Deutschen spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Doch wenigstens unter den ersten hundert konnte sich Susanne Klatten, BMW-Erbin, retten und ist mit ihren 50 Jahren und zirka 14,3 Milliarden Dollar die viertreichste in der Bundesrepublik überhaupt sowie die reichste Frau in diesem Land.

Die Quandt-Erbin avancierte schon mit 31 Jahren zum Mitglied im Aufsichtsrat des Chemieunternehmens Atlana AG und später wurde sie sogar dessen Vorsitzende. Nur vier Jahre später trat sie mit dem Bruder und der Mutter offiziell das Erbe ihres Vaters an, welches ihr schon in Ihren Zwanzigern vermacht wurde, und damit die Arbeit bei BMW. Man gönnt ihr den Erfolg, da sie keinerlei Aufheben um ihre Person macht und bescheiden ihr Tagewerk verfolgt. „Meine Zielgruppe ist nicht die Öffentlichkeit, sondern die Mitarbeiter in den Firmen.“, verteidigt sie Absagen von vielfältigen Interviews. Zudem investiert sie in Zukunftstechnologien wie Windanlagenbau oder Biotechnologie und unterstützt gerade erst gegründete Unternehmen.

Sympathisch wirkt auch die Geschichte wie sie ihren Mann, mit dem sie heute drei Kinder hat, kennenlernte. Unter falschem Namen „Susanne Kant“ absolvierte sie nach ihrem Studium ein Praktikum bei BMW in Regensburg und traf und verliebte sich in der dortigen Kantine in Jan Klatten.

Niemand ist dagegen gefeit: Erpressung von 7,5 Millionen Euro

Die öffentlichkeitsscheue Milliardärin kam nur einmal ungewollt in die Schlagzeilen: Sie wurde Opfer einer groß angelegten Erpressung. Eine Liebesaffäre mit einem Schweizer, der schon mehrere Frauen um einiges an Geld geschröpft hatte, setzte Klatten unter Zugzwang. Sie entschied sich zur Flucht nach Vorne und ließ sich nicht auf den Handel Geld gegen Bilder von gemeinsamen Treffen in Luxushotels ein, sondern alarmierte die Polizei, ihr zu helfen. „Frau Klatten hat bereits im Januar 2008 Strafanzeige wegen Betrugs und Erpressung bei der Staatsanwaltschaft München gestellt. Sie hat sich dazu entschieden, weil sie erkannte, dass die Beziehung zu Herrn S. einen ausschließlich kriminellen Hintergrund hatte. Das Ziel war von Anfang an, sie zu betrügen und Geld zu erpressen“, sagte der Sprecher von Klatten, Dr. Jörg Appelhans, damals den Zeitungen. Nach der Anzeige ging alles sehr schnell und bei einer fingierten Übergabe des Geldes schnappten die Gesetzeshüter den Erpresser und wenig später auch seinen Komplizen. Der Täter erklärte vor Gericht, Klatten und drei weitere Frauen um Millionen betrogen zu haben. Zudem entschuldigte er sich am ersten Prozesstag „in aller Öffentlichkeit bei den geschädigten Damen“. Der Verbleib einer schon gezahlten Summe an den Entführer ist weiterhin unbekannt. Man erfuhr auch kaum, wie sich das Liebeabenteuer Klattens auf ihr Privatleben bzw. Ehe ausgewirkt hat. Das zeugt von einem guten Zusammenhalt, der vielleicht auch den Erfolg Klattens ausmacht. Schließlich ist es ihr wie keiner Zweiten gelungen, ihr Erbe im Sinne BMWs und der wirtschaftlichen Prinzipien einzusetzen.

„Unternehmertum ist Zukunft“

Ab der Hauptversammlung Ende April 2013 soll Klatten zusätzlich den Posten von Max Dietrich Kley an der Spitze des Aufsichtsrats vom MDax notierte Unternehmen SGL Carbon besetzen.„Es sieht wohl so aus, dass es auf Frau Klatten hinausläuft“, sagten die Informanten. Kley hatte sich aus Altersgründen schon länger dazu entschieden, bald seinen Platz zu räumen und da Klatten schon stellvertretende Vorsitzende ist, wurde sie bislang hoch als Nachfolgekandidatin gehandelt. Außerdem hält die Karrierefrau über das Investmentvehikel Skion breits 26,87 % an dem Kohlenstofffaserhersteller und ist damit wichtigste Anteilseignerin dessen. Obendrein hält der Autobauer BMW fast 16%, bei dem Klatten und ihr Bruder Stefan Quandt ebenfalls zu den Großaktionären gehören. Weitere größere Anteilspakete bei SGL gehören Volkswagen und der Anlagenbauer Voith.