Im Auftrag des Bundesfamilienministeriums hat ein Team aus Wissenschaftlern den Frauen-Karriere-Index entwickelt. Er soll unabhängig und objektiv das Engagement der Unternehmen bei der Frauenförderung messen. Der Index würdige Unternehmen, „die Frauen faire Chancen bieten“, sagt Ministerin Kristina Schröder. Den Unternehmen wird aufgezeigt, welche ihrer Maßnahmen zur Frauenförderung besonders wirksam sind. Fortschritte und Defizite werden sichtbar. Damit dient der Index als Managementinstrument – und zur Motivation

Die Bewertung, welche anhand eines entsprechenden Fragebogens erfolgt, teilt sich in drei Themengebiete: Verpflichtungen, Rahmenbedingungen und Struktur. Verpflichtungen umfassen die Personalentwicklung, die externe Kommunikation und aktive Fördermaßnahmen. Die Kategorie Rahmenbedingungen beurteilt Unternehmensleitlinien, Transparenz und Flexibilisierung. Struktur erfasst die Beschäftigtenstruktur und den Frauenanteil in der Führungsebene.

Den ersten Platz belegt Hewlett Packard

In der ersten Runde hat das IT-Unternehmen Hewlett-Packard den besten Platz im Frauen-Karriere-Index belegt. Mit 84 von 100 möglichen Punkten schnitt das Unternehmen besser ab als die 31 Mitbewerber aus vielen verschiedenen Branchen. HP sieht sich damit in seiner Unternehmenskultur bestätigt. Die Auszeichnung überreichte Kristina Schröder an die HP Diversity Managerin Eva Faenger. „Wir sehen die Auszeichnung als eine wunderbare Anerkennung der offenen Unternehmenskultur und des ganzheitlichen Diversity-Ansatzes bei HP“, sagte Faenger in einer Pressemittteilung. Um mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, setze ihr Unternehmen auf Selbstverpflichtung und einen „Veränderungsprozess mit Kopf, Herz und Hand“. Man hat sich realistische, messbare Ziele gesetzt, die konsequent verfolgt würden, so Faenger.

„Bei HP sind flexible Arbeitszeitmodelle, mobiles Arbeiten und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Aufstiegschancen von Frauen inzwischen selbstverständlich“, sagte HP-Geschäftsführer Thorsten Herrmann. Der erste Platz im Frauen-Karriere-Index sei eine wichtige motivierende Bestätigung für dieses langjährige Engagement. Für HP zahle es sich nun aus, dass man auf eine Verpflichtung der einzelnen Geschäftsbereiche ohne Quote setze, sagte Herrmann. „So stärken wir die Eigenverantwortung des Managements und stellen eine nachhaltige Entwicklung sicher.“

Banken stehen erstaunlich gut da

Die 32 Unternehmen, die an dem Projekt teilnahmen, wollten unter Beweis stellen, dass sie bereit sind, etwas dafür zu tun, um kompetente Frauen für sich zu gewinnen. Ende 2013 soll eine weitere Erhebungswelle starten, bei der weitere Unternehmen die Chance bekommen, sich zum Thema Frauenförderung zu positionieren. Auf Platz 2 und 3 lagen diesmal die HypoVereinsbank und die SMA Solar Technology AG.

Unter den zehn besten Unternehmen findet man erstaunlicherweise fünf Banken. Die Branche gilt bisher nicht als die frauenfreundlichste. Deckt der Frauen-Karriere-Index dort einen Umbruch auf?