Die Frage, was Frauen tun müssen, um erfolgreich zu sein, hört man immer wieder. Eine befriedigende Antwort eher selten. Sich den Männern anpassen, härter werden und selbstbewusster? Oder doch auf die eher weicheren Charakterzüge setzen und sich damit Vorteile verschaffen? Keiner kann es so genau sagen. Auf eines müssen die Damen jedenfalls nicht verzichten, um sich im Business zu behaupten: ihre Weiblichkeit.

Das lernen wir erneut dieser Tage von Yahoo-Chefin Marissa Mayer, die sich in der September-Ausgabe der Vogue in einem blauen Designer-Kleid auf einer weißen Gartenliege räkelt. Das Tablet in der Hand darf natürlich nicht fehlen – ansonsten gibt es nichts außer Blumen und grünem Rasen. Entspannt sieht sie aus, als wäre das Leben als Chefin eines Riesenunternehmens überhaupt nicht anstrengend. Da kann man als Frau alle Vorbehalte die eigene Karriere betreffend kurzzeitig vergessen.

Nicht Geschlecht sondern Leidenschaft ist der Erfolgsfaktor

Für Marissa Mayer spielt Geschlecht keine Rolle, wenn es um den Job geht. Es ist viel mehr eine Frage der Leidenschaft, und die können Männer wie Frauen gleichermaßen für eine Sache haben, sagt sie. Dass sie als Mitarbeiter Nummer 20 bei Google die einzige Frau war, hat sie überhaupt nicht wahrgenommen. Glaubt man ihr, spricht das für ein hervorragendes Arbeitsklima in der Internetbranche. Für den Rest der Welt spielt ihr Geschlecht aber sehr wohl eine Rolle, vor allem seit sie als erste schwangere CEO vergangenes Jahr bei Yahoo anheuerte, um aus der Internetfirma wieder ein konkurrenzfähiges Unternehmen zu machen. Damit ist sie auch auf dem richtigen Weg. Seit ihrem Amtsantritt ist die Yahoo-Aktie stetig gestiegen. Aber dass Marissa Mayer sexy ist, und das auch der ganzen Welt zeigt, stößt nicht nur auf Zuspruch. Seit der Vogue-Kampagne stellen sich viele die Frage, wie sexy eine Chefin sein darf. Da fragt man sich, was spricht gegen eine attraktive Top-Managerin? Die ganz nebenbei alles hat, was sich viele Frauen wünschen und von dem man glaubt, dass man es eben nicht alles haben kann: Kind und Karriere.

Nicht nur in Sachen Erfolg, auch zum Thema Mode kann man von ihr lernen. Mit ihrer Art sich zu kleiden fällt sie vermutlich auf, in der männerdominierten IT-Welt, in der Jeans und T-Shirt zur Arbeitskleidung zählen. Nicht für Mayer. Sie hat ihre ganz eigene Bürouniform. Allerdings muss man auch erst CEO werden, um sich ein 4000 Dollar Kleid leisten zu können. Oder besser einen ganzen Schrank voll, schließlich kann es sich frau nicht erlauben, täglich im selben Outfit zu erscheinen.