Es ist ein Thema, welches seit vielen Jahren gleichbleibend für Frust sorgt: die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern. Jedes Jahr im März zum Equal Pay Day werden die roten Handtaschen rausgeholt, als Zeichen für die roten Zahlen, die die Frauen im Vergleich zu den Männern schreiben. Bis Ende März müssen sie in der Regel arbeiten, um so viel zu verdienen, wie die Herren bereits zum 31.12. des Vorjahres.

Die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern beträgt in Deutschland seit vielen Jahren etwa 22 Prozent. Damit ist die Republik eines der Schlusslichter und schlechter als der Durchschnitt der europäischen Union. Der durchschnittliche Pay Gap liegt hier bei etwa 17 Prozent. Die Gründe für den großen Lohunterschied liegen auf der Hand. Frauen arbeiten öfter in geringer bezahlten Jobs, sind häufiger in Teilzeit und haben, wenn sie Kinder bekommen, längere Pausen. Im Alter zwischen 40 und 60, wenn die meisten auf dem Höhepunkt ihrer Karriere angekommen sind, ist die Kluft am größten. Der Equal Pay Day für das kommende Jahr wurde für den 21. März 2014 errechnet.

Nun will die Politik mit dieses Problem angehen, indem große Betriebe mit mehr als 500 Beschäftigten, dazu verpflichtet werden, anonymisierte Lohnlisten auszuhängen. Diese sollen die Missstände aufdecken und die Mitarbeiter dafür sensibilisieren. In kleineren Unternehmen soll jeder Angestellte das Recht bekommen, Auskunft über die Löhne der Kollegen erhalten. Fraglich ist, ob das tatsächlich zum Ziel – nämlich dem Abbau der Lohnlücke – oder zu mehr Frust führt.

Allein zu wissen, was die Kollegen verdienen, hilft natürlich noch nicht, die Lohnlücke zu schließen. Daher will sich die Politik für die Gehaltsaufbesserung von Pflegeberufen und Erziehern einsetzen. Da vorrangig Frauen in diesen Berufen arbeiten, wäre das ein großer Schritt, den Gender Pay Gap zu verringern. Wer sich allerdings darum kümmern soll und wie das Problem angegangen wird. Auf Seiten der Arbeitgeber stößt die Diskussion auf Unmut. Und an die Tarifparteien ist das Vorhaben mit Sicherheit auch falsch adressiert, denn da wo nach Tarif bezahlt wird, gibt es keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen.