Morgens gehetzt ins Büro, nachmittags direkt vom Meeting in den Kindergarten sprinten, dann mit dem Kind durch den Supermarkt und der Haushalt muss auch noch irgendwie gemacht werden. Berufstätige Mütter rennen ständig der Zeit hinterher. Wenn dann der Job nicht die absolute Erfüllung ist, fällt die Entscheidung gegen den Wiedereinstieg oft leicht.

Während der Babypause haben Mütter die Möglichkeit, Abstand zu ihrem bisherigen Job zu gewinnen. Es werden andere Dinge wichtig, als im Großkonzern möglichst bald die nächste Karrierestufe zu nehmen. Selbstverwirklichung und Zeit für die Familie sind zwei davon. Wenn dann noch der Wettlauf um den Kindergartenplatz losgeht, erscheint die Rückkehr in die alte Position oft nicht mehr so attraktiv. Vor allem für Frauen, die schon öfter mal an Selbständigkeit gedacht haben, stellt die Elternzeit häufig ein Wendepunkt im Leben dar.

Mütter einzustellen ist nicht nur gut für Unternehmen

In den USA hat sich für junge Mütter, die in die Selbständigkeit gehen, schon ein fester Begriff etabliert: Mompreneurs. In Kanada ist bereits ein gleichnamiges Netzwerk entstanden, welches Frauen unterstützt, die Mutter und Unternehmerin gleichzeitig sein möchten. Mütter bringen oft Eigenschaften mit, die sie als Führungspersönlichkeit qualifizieren – und erst recht dazu, ihr eigenes Unternehmen zu führen: Gelassenheit, Organisationsfähigkeit und Pragmatismus sind einige davon.

Was Frauen wiederum daran schätzen, ihr eigener Chef zu sein, wenn sie kleine Kinder haben, liegt auf der Hand. Sie können ihre Arbeitszeit flexibel gestalten, ohne dafür jemandem Rechenschaft ablegen zu müssen. Kinder halten sich ungern an die Arbeitszeiten der Mutter, mal brauchen sie mehr Aufmerksamkeit, mal weniger. Und Mama kann ihren Arbeitsrhythmus diesem Bedürfnis anpassen – und gleichzeitig ihre Ideen umsetzen und verwirklichen.