Auf der Forbes-Liste der Milliardäre finden sich dieses Jahr 172 Frauen. Das sind etwa zehn Prozent und so viele wie nie zuvor. Zu den super-reichen Frauen der Welt gehören nicht nur Erbinnen und hohe Konzern-Angestellte, sondern auch die britische Online-Unternehmerin Denise Coates.

Eine Rekord-Zahl von Frauen hat es in den globalen Club der Milliardäre geschafft, darunter eine Facebook-Managerin, eine nigerianische Ölmanagerin und eine britische Unternehmerin im Geschäft mit Online-Wetten.

Dieses Jahr haben es 42 Frauen neu auf die Forbes-Liste Milliardäre geschafft, die seit 1987 jedes Jahr erscheint. Insgesamt 172 Frauen gehören heute zu den Super-Reichen, das sind etwa 10 Prozent. Allerdings haben nur 32 Frauen ihr Vermögen selbst aufgebaut. Der Großteil erbte den Reichtum von den Eltern oder Ehemännern. Die reichste Frau der Welt ist Christy Walton, der Anteile an Walmart im Umfang von 36,7 Milliarden Dollar gehören, berichtet der britische Guardian. Sie liegt vor Liliane Bettencourt, der größten Anteilseignerin von L’Oréal.

Neu auf der Liste der Milliardäre ist die britische Unternehmerin Denise Coates, die zusammen mit ihrem Bruder das Online-Wettgeschäft Bet365 aufgebaut hat. Das Unternehmen beschäftigt 2.500 Mitarbeiter. Es hat einen Umsatz von jährlich 20 Milliarden Pfund, im Geschäftsjahr bis März 2013 lagen die Profite bei 150 Millionen Pfund. Coates ist es gelungen, der Aufmerksamkeit der Presse zu entgehen. Sie begann während ihres Studiums in dem Wettgeschäft ihres Vaters zu arbeiten. Heute liegt ihr persönliches Vermögen bei 1,6 Milliarden Dollar.

In einem seltenen Interview mit dem Guardian vor zwei Jahren sagte sie, dass sie mitunter einige Leute korrigieren musste, die annahmen, dass ihr Vater das Geschäft leitet. Coates ist nicht nur Eigentümerin der Hälfte von Bet365, sie erhielt auch ein Gehalt und Bonus-Zahlungen von 5,4 Millionen Pfund und Dividenden im Umfang von 15 Millionen Pfund. Trotz Dividenden-Zahlungen von 130 Millionen Pfund in den letzten fünf Jahren hat das Unternehmen 430 Millionen Pfund Geld-Reserven in den Bilanzen.

Neu auf der Liste der Milliardäre ist Sheryl Sandberg von Facebook. (Quelle: Flickr/Financial Times photos)
Neu auf der Liste der Milliardäre ist Sheryl Sandberg von Facebook. (Quelle: Flickr/Financial Times photos)

Auch Sheryl Sandberg, Chief Operating Officer bei Facebook, ist 2014 neu auf der Liste. Sie hat ein persönliches Vermögen von mehr als einer Milliarde Dollar. Neben Meg Whitman von Hewlett Packard ist sie die zweite Milliardärin im Technologie-Sektor. Ebenfalls neu auf der Liste ist Nigerias erste weibliche Milliardärin, die Geschäftsfrau Folorunsho Alakija. Sie kommt aus einer vermögenden Familie, hat in London studiert und ging 1993 ins Ölgeschäft. Ihr Anteil an Famfa Oil macht den Großteil ihres Vermögens von 2,5 Milliarden Dollar aus.

Auf Platz 1 der Forbes-Liste steht Bill Gates, der den mexikanischen Telekommunikationsmogul Carlos Slim nach vier Jahren wieder von der Spitze verdrängte. Der enorme Anstieg der Microsoft-Aktie vergrößerte Gates‘ Vermögen um 9 Milliarden Dollar auf 76 Milliarden Dollar. Auf Platz 3 steht weiterhin der Spanier Amancio Ortega, der hinter der Modemarke Zara steht. Auf Platz 4 kommt der US-Investor Warren Buffet. Den größten Anstieg verzeichnete Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, dessen Vermögen sich auf 28 Milliarden Dollar fast verdoppelte.

Die meisten Milliardäre finden sich in den USA, gefolgt von China, wo die Zahl der Milliardäre von 122 auf 152 gestiegen ist. Einige frühere Milliardäre in den Schwellenländern fielen wegen der Währungsturbulenzen aus der Liste der Superreichen. Doch insgesamt war 2013 ein gutes Jahr für die Milliardäre, deren Gesamtvermögen bei 6,4 Billionen Dollar liegt, das ist etwa eine Billion Dollar mehr als ein Jahr zuvor.

Die 85 reichsten Personen der Welt besitzen zusammen ein Vermögen im Umfang von etwa einer Billion Dollar. Das ist so viel, wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung von 7 Milliarden Menschen besitzt. Neun dieser 85 Super-Milliardäre sind heute Frauen.