Das Gründungsgeschehen in Deutschland ist rückläufig, es finden sich kaum Nachfolger für alteingesessene Unternehmen – und Frauen wagen sowieso seltener den Schritt in die Selbständigkeit als Männer. Wenn sie es allerdings tun, dann richtig!

Unter den Unternehmern in Deutschland finden sich nur etwa 30 Prozent Frauen. Wenn Frauen gründen, dann meist im Dienstleistungssektor – mit geringem Kapitaleinsatz und eher klein. Im Technologiebereich sind von Frauen gegründete oder geführte Unternehmen hingegen eine absolute Seltenheit. Gerade hier wäre es wünschenswert, noch mehr weiblichen Gründergeist zu entfesseln – immerhin gibt es hierzulande gut ausgebildete Frauen in den Ingenieurs- und Naturwissenschaften. Und mehr Vielfalt erhöht die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft.

Zu oft fehlt den Frauen allerdings der Mut. Sie überdenken den Schritt in die Selbständigkeit länger als ihre männlichen Mitstreiter oder brechen ihre Projekte frühzeitig ab, woraus die geringe Anzahl von Firmengründerinnen resultiert. Könnte man die Lücke zwischen „gewollter“ und „tatsächlicher“ Gründung bei Frauen schließen, würden bis zu 50.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Allerdings wägen weibliche Gründer offensichtlich auch die Risiken besser ab. Denn wenn frau dann ihr Unternehmen zum Laufen gebracht hat, dann meist nachhaltiger und langfristiger als die männlichen Unternehmer.

Auch hier zeigt sich Berlin als moderne dynamische Gründerstadt. Immerhin sind hier 12,4 Prozent aller in Berlin Lebenden Frauen selbständig – der Bundesdurchschnitt liegt bei 7,4 Prozent. Und  die Hauptstadt bemüht sich jedenfalls sehr um weibliche Unternehmer. Am 5.Juli findet zum 7. Mal der Berliner Unternehmerinnentag statt, bei dem sich Unternehmerinnen weiterbilden, austauschen oder coachen lassen können. Außerdem wird in diesem Rahmen ein Wettbewerb zur „Berliner Unternehmerin 2014/15“ ausgerufen, bei dem sich alle Berliner Firmenbesitzerinnen bewerben können. Der erste Platz ist mit 3.000 Euro dotiert.