Wir debattieren über Frauenquote, Herdprämie und die Chancengleichheit von Mann und Frau, in eine Führungsposition zu gelangen. Und bisher hat keiner gemerkt, dass die Ungleichbehandlung schon in den alltäglichsten Dingen anfängt. Zum Beispiel wenn uns kleine grüne Männchen darauf hinweisen, dass wir nun die Straße überqueren dürfen.

Wichtiger Schritt zur Gendererziehung oder völlig überzogene Forderung nach Gleichstellung: Ampelfrauen-Diskussion jetzt auch in Berlin und der Schweiz. (Bild:flickr/gheeke)
Wichtiger Schritt zur Gendererziehung oder völlig überzogene Forderung nach Gleichstellung: Ampelfrauen-Diskussion jetzt auch in Berlin und der Schweiz. (Bild:flickr/gheeke)

Nach der erheiternden Diskussion um die gendergerechte Sprache an Universitäten ist kürzlich eine erneute skurrile Gender-Debatte entfacht. Warum gibt es in Berlin noch keine Ampelfrauen? Frauen können den Verkehr schließlich genauso gut regeln wie Männer. In verschiedenen europäischen Städten gibt es sie ja auch schon. Nur eben nicht in Berlin.

Das soll sich nun eventuell ändern. SPD-Fraktionschefin Martina Martischok-Yesilcimen fordert quasi eine Frauenquote bei den Verkehrssignalen. Aber bitte nicht mit Röckchen und Zöpfchen, sondern eine moderne selbstbewusste Frau – vielleicht mit Hosenanzug. Wie genau dann die unterschiedliche Darstellung beider Geschlechter aussehen wird, bleibt also spannend.

Und auch die Schweiz hat sich von dieser Idee inspirieren lassen. Die Frauenrechtlerin Ursula Nakamura-Stöcklin kann sich verschiedene Varianten vorstellen. Nach belgischem Vorbild könnten Mann und Frau als Paar den Fußgängern und Füßgängerinnen den Weg weisen. Oder bunt verteilt sollten Ampelweibchen und –männchen gleichermaßen zu finden sein. Beim Schweizer Bundesamt für Straßen wirkt diese Forderung allerdings bisher nicht handlungsauslösend.

Hier und da ein wenig Abwechslung im stressigen Großstadtverkehr kann auf keinen Fall schaden. Ob das Ampelmädchen Frauen den steinigen Weg in die Chefetagen erleichtern wird oder für mehr Vereinbarkeit von Beruf und Familie sorgen kann, ist allerdings fraglich.