Frau Beste, was ist das Schönste daran, seine eigene Chefin zu sein?

Für mich bedeutet es, dass ich meinen Ideen so hartnäckig nachgehen kann, wie ich es für richtig halte, und dass diese Ideen etwas sind, was meinen Überzeugungen und Neigungen entsprechen: Die Tollabox ist Bildung mit Spaß und Humor – ich stehe jeden Morgen beflügelt auf und mit neuen Ideen. Achso, und à propos Aufstehen: Das passiert nicht von 8:30 morgens! Meinen eigenen Rhythmus zu haben, bis spät in die Nacht zu arbeiten und morgens auszuschlafen bedeutet für mich hohe Lebensqualität.

Béa Beste bringt Spaß und Bildung für die Kleinen nach Hause - mit der Tollabox.
Béa Beste bringt Spaß und Bildung für die Kleinen nach Hause – mit der Tollabox.

Die wichtigste Eigenschaft, die man als Unternehmerin mitbringen sollte?

Mut. Das zeigt sich in vielen Aspekten. Zum Beispiel darin, sich smartere Leute ins Team zu holen, als man selbst ist – die ganz andere Gebiete abdecken und die Arbeit anders angehen.

Aus welchem Fehler haben Sie am meisten gelernt[?

Am meisten habe ich aus den kapitalsten Fehlern gelernt, zum Beispiel tatsächlich gesetziliche Rahmenbedingungen nicht ausreichend gecheckt zu haben. Aus meiner unternehmerischen Sicht sind aber die nützlichsten Fehler die schnellen: Dinge schnell angehen, sie ausprobieren, sie analysieren um dann den Kurs zu verändern oder zu justieren. Die Ergebnisse daraus  sind richtig wertvoll und ergeben wieder Mut etwas daraus zu entwickeln.

In welchen nützlichen Business-Netzwerken sind Sie?

Die Entrepreneurs Organisation (EO) bringt mir sehr viel, ebenso mein BCG-Network, wo ich 6 Jahre gearbeitet habe. Ich nutze allerdings auch Social Media intensiv, von Facebook über Twitter und Instagram hin zu Xing und Linkedin – ich unterscheide nicht zwischen Privat und Business in diesem Fall. Die Social Media Béa ist öffentlich – und punktuell sehr offen.

Welches waren die drei wichtigsten Kreuzungen in Ihrem Leben und wer oder was hat Sie an diesem Punkt beeinflusst?

Als ich mit 15 Jahren nach dem Tod meiner Eltern zu meinen Geschwistern nach Deutschland kam, hat mich die Fülle an Neuem zu Lernen stark beeinflusst: Ich musste die Sprache lernen, die Kultur verstehen, die Schule bestehen. Ich habe schlichtweg vergessen, mir Leid zu tun. Das Lernen an sich hat mich gelehrt, dass es positive Energie gibt.

Als ich mit 21 Jahren Mutter wurde, hat mich die Verantwortung für ein ganz neues Wesen in meinem Leben zu übernehmen, geerdet und reifen lassen. Und dieses Wesen – meine Tochter Carina, inzwischen 24 – beeinflusst mich bis heute täglich zu besseren Gedanken.

Als ich mit 36 Schulgründerin wurde, habe ich mir den Traum erfüllt, Unternehmerin zu sein – mit allen Aufs und Abs. Es war mein Mann und jetztiger Co-Founder und Co-Geschäftsführer Oliver, der mich dazu ermutigte und mir Ängste und Unsicherheiten ausredete.

Die ideale Businesskleidung?

Gibt es nicht wirklich: Es kommt auf den Kontext an. Ich selbst trage am liebsten Jeans und T-Shirt, das ist in der Startup-Szene kein Problem, selbst zu Investorenterminen.

Bei Männern warte ich, dass Krawatten endlich mal ihren natürlichen Tod sterben. Ich halte es da wie Eckhart von Hirschhausen: “Als Neurologe habe ich nie verstanden, warum ein Mann glaubwürdiger und attraktiver sein soll, wenn er demonstrativ die Blutzufuhr in den Kopf drosselt“, so der Kabarettist.

Vielen Dank!

Béa Beste ist Geschäftsführerin der Playducato GmbH. Mit der tollabox möchte sie gezielt Lernerfahrungen von Kindern spielerisch unterstützen. Diese können sich Familien im Abonnement nach Hause schicken lassen. Zuvor war die Unternehmerin Mitgründerin der Phorms Schulen.