Immer mehr Frauen entscheiden sich für ein eigenes Unternehmens. Die Gründe dafür sind vielfältig. Für manche ist die Selbständigkeit besser mit der Familie zu vereinbaren. Andere möchten die Freiheit genießen, ihr eigener Boss zu sein und so die höchste Stufe der Karriereleiter zu erklimmen. Was als Angestellte oft schwierig ist.

Insgesamt sind Frauen mit etwa 20 Prozent unter den Firmeninhabern immer noch eine Minderheit, aber weitaus stärker vertreten als in den Vorstandsetagen großer Konzerne. Ein eigenes Unternehmen ist also durchaus eine clevere Karrierealternative. Zumal von Frauen geführte Unternehmen auf lange Sicht auch erfolgreicher sind, da sie nachhaltiger wirtschaften und weniger risikofreudig sind. Allerdings haben Firmen von Frauen dadurch auch kleinere Wachstumsraten zu verzeichnen.

Das eigene Unternehmen bringt natürlich Risiken mit sich und Hürden, die gemeistert werden wollen. Aber die Vorteile liegen auf der Hand: das Arbeitsumfeld selbst gestalten, eigene Ideen verwirklichen, überdurchschnittliche Verdienstchancen. Mit dem Entschluss zur Selbständigkeit ist aber noch nicht alles entschieden. Denn wenn man nun nicht gerade als Unternehmertochter die Nachfolge in der elterlichen Firma antritt, stellt sich die Frage: kaufen oder neu gründen?

Unter den Neu-Gründern befinden sich derzeit etwa ein Drittel Frauen. Das ist gar nicht so schlecht. Dabei muss man allerdings stark nach Branchen unterscheiden. Schaut man sich in der Tech-Szene um, findet man gerade mal 16 Prozent weibliche Gründer – reine Frauenteams oder Einzelgründungen von Frauen gibt es so gut wie gar nicht im Startup-Bereich. Dass mehr Frauen den Schritt zum eigenen Business wagen, liegt auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig am Herzen. Die Bundesregierung startet daher ihre neue Initiative „FRAUEN gründen“. Ein bundesweites Netzwerk von Unternehmerinnen soll junge Frauen für die Selbstständigkeit sensibilisieren und motivieren.

Der Nachteil einer Gründung: der Weg, bis das Unternehmen erfolgreich und profitabel ist, ist in der Regel sehr lang. Wer genug Erfahrung und die finanziellen Möglichkeiten hat, sollte daher unbedingt einen Unternehmenskauf in Betracht ziehen. An Möglichkeiten sollte es nicht mangeln, denn jedes Jahr müssen etwa 5000 Betriebe schließen, weil sie keinen geeigneten Nachfolger finden. Als Nachfolgerin spart man sich den mühsamen Weg, das Geschäft von Null an aufzubauen. Je nachdem, in welchem Zustand der gekaufte Betrieb ist, kann man idealerweise von ersten Tag an seinen Lebensunterhalt davon bestreiten und sich auf Optimierung und Wachstum konzentrieren.