Frauen in Führungspositionen sind selten. Klar, wissen wir schon lange. Das ist ärgerlich und muss sich ändern. Wie? Wir können um Hilfe rufen. Nach einer Frauenquote, nach gesetzlich zugesicherten Betreuungsplätzen und anderen unterstützenden Maßnahmen. Das ist aber irgendwie altmodisch. Schließlich sind wir keine hilflosen zierlichen Frauen – auch wenn der türkische Präsident Erdogan das gern so sieht – sondern moderne Alleskönner. Und Alleswoller. Die zweite Variante ist also einfach machen und schauen, wie weit man kommt.

Und das fördert auch den Erfinder- und Unternehmergeist. Kein Wunder also, dass Frauen immer häufiger den Weg in die Selbständigkeit wählen. Schauen wir uns also mal Frauen mit eigenem Unternehmen an, die per se schon eine Führungsposition innehaben: nämlich Chef! Da gibt es als erstes die Frauen in der Unternehmensnachfolge. Die ein etabliertes Unternehmen übernommen und zu noch größerem Erfolg geführt haben. Etwa jedes fünfte Unternehmen wird von einer Frau übernommen. Von 20 Prozent Frauenanteil in der Führungsetage können die meisten großen Konzerne nur träumen.

Mehr Unternehmerinnen als Frauen in den Vorstandsetagen

Betrachtet man die Unternehmerinnen insgesamt, kommt man auf dasselbe Ergebnis. 20 Prozent aller deutschen Betriebe werden von Frauen geleitet. Und obwohl das Gründungsgeschehen hierzulande rückläufig ist: 43 Prozent aller Gründerinnen 2013 waren weiblich. Freilich, im Tech-Bereich vermissen wir sie nach wie vor, aber auch hier geht es bergauf. Und mit aktuell 16 Prozent sind die Tech-Ladies in der Startup-Szene immer noch stärker vertreten als ihre Geschlechtsgenossinnen in den Vorstandsetagen.

Bei den Unternehmern geht es also auch ohne Quote in die richtige Richtung. Oder wird es demnächst eine Regelung geben, die besagt: wenn 7 Männer eine Firma gegründet haben, müssen es mindestens 3 Frauen gleichtun, erst dann darf wieder ein Mann zum Zug kommen. Vermutlich nicht. Und wenn Frauen ein Unternehmen führen können, machen sie vermutlich auch als angestellte Managerin einen guten Job. Das werden die Konzerne hoffentlich auch noch verstehen. Und wenn es da nicht voran geht, kauft oder gründet doch einfach eure eigene Firma.