Die meisten Frauen wollen es. Aber eben noch nicht heute. Vielleicht in ein paar Jahren. Aber dann passt es irgendwie auch wieder nicht. Erstmal im Job vorankommen. Noch schnell eine Weltreise. Vielleicht nochmal darüber nachdenken, ob der Partner auch der Richtige ist. Und eh man sich versieht, ist es zu spät. Gibt es den richtigen Zeitpunkt zum Kinderkriegen?

Die meisten Frauen wünschen sich Kinder - doch viele verpassen heutzutage den richtigen Zeitpunkt, aus verschiedenen Gründen.
Die meisten Frauen wünschen sich Kinder – doch viele verpassen heutzutage den richtigen Zeitpunkt, aus verschiedenen Gründen.

Erstgebärende sind heute etwa 29,2 Jahre alt, also 4 Jahre älter als noch vor 30 Jahren. Aber die Frauen sind heute nicht nur älter, sie bekommen auch weniger Kinder. Dieser Trend ist allerdings schon seit Erfindung der Antibaby-Pille zu verzeichnen. Etwa 1,3 Kinder bringt eine Frau in Deutschland heutzutage zur Welt. Fragt man die Frauen, wie viele Kinder sie sich – irgendwann – einmal wünschen, kommt man auf einen Durchschnitt von 2,2 Kindern. Dass die Kluft Wusch und Wirklichkeit so groß ist, liegt wiederum auch am zunehmenden Alter der Frauen. Denn wer spät anfängt Kinder zu bekommen, hat einfach nicht mehr genug Zeit für ein zweites oder gar drittes Kind.

Etwa mit dem 35. Lebensjahr nimmt die Fruchtbarkeit von Frauen rapide ab. Es wird immer schwerer, schwanger zu werden und die Gefahr einer Fehlgeburt nimmt gleichzeitig zu. Die Eizellen verlieren schlichtweg an Qualität, schließlich sind sie schon das gesamte Leben der Frau verschiedenen Umweltgiften ausgesetzt.

Dank der modernen Medizin, gibt es für Frauen, die den natürlichen Zeitpunkt verpasst haben, immer noch eine Chance auf Nachwuchs. Mit IVF (In-vitro-Fertilisation) und Co. kann der Natur etwas auf die Sprünge geholfen und auch Frauen mit 40 noch der Kinderwunsch erfüllt werden. Die Erfolgsaussichten sind mit 10prozentiger Wahrscheinlichkeit auf eine Schwangerschaft allerdings nicht besonders rosig.

Mehr Freiheit – keine Garantie

Keine Garantie, aber zumindest einen größeren Erfolg verspricht das sogenannte Social Freezing, was nichts anderes bedeutet, als das Einfrieren der eigenen Eizellen, um sie für eine spätere künstliche Befruchtung zu verwenden. Entscheidet man sich in jungen Jahren – also idealerweise vor der 30 – für diese Prozedur, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit auf eine Schwangerschaft mit 40 enorm. Denn die Eizellen sind nach ihrer Tiefkühl-Pause noch genauso gut wie zu dem Zeitpunkt, als sie eingefroren wurden. Als Altersgrenze für das Entnehmen und Einfrieren von Eizellen nennt der amerikanische IVF-Experte Michael J. Tucker 38 Jahre. Die Chancen auf eine Schwangerschaft sind zu diesem Zeitpunkt logischerweise schon viel geringer als würde man die Eizellen mit 28 Jahren konservieren. Aber bis zu diesem Zeitpunkt stehen der Eingriff und die Erfolgsaussicht noch in einem akzeptablen Verhältnis.

Bei Social Freezing gilt: je früher desto besser. Es ist eine Art Versicherung für den Fall, dass das Leben nicht so läuft, wie man es sich mit Anfang 20 noch vorstellt. Eine Garantie ist es allerdings nicht. Nur etwas mehr Freiheit. Und für die Zukunft womöglich eine Lösung für etwas mehr erfüllte Kinderwünsche.