Es gibt konventionelle und weniger konventionelle Geschäftsideen. Ohlala, eine Seite auf der bezahlte Dates vermittelt werden, gehört zu den letzteren. Mitgründerin Pia Poppenreiter sorgte nicht nur mit dem Launch ihres neuen Startups, sondern auch mit Einfrieren ihrer Eizellen – hierzulande Social Freezing genannt – für Wirbel. Im Interview berichtet sie über die Leidenschaft für ihr Business und was sie aus früheren Versuchen gelernt hat.

Pia Poppenreiter hat PEPPR und jetzt Ohlala gegründet.
Pia Poppenreiter ist eine von zwei Gründern des Berliner Startups Spreefang, welches über die App Ohlala bezahlte Dates vermittelt. (Foto: Laura Jost)

Pia, Erotik und Sex verkaufen sich gut, das war schon immer so. War das der Grund, warum ihr euch für eine Geschäftsidee in diesem Bereich entschieden habt? Oder wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Pia Poppenreiter: Das Konzept von Ohlala leitet sich von meiner alten Idee ab PEPPR. Und die Idee für PEPPR hatte ich nach 2- 3 Gläser Wein. Als ich am nächsten Tag dann angefangen hatte zu recherchieren, hab ich rasch festgestellt, dass es irrsinniges Innovationspotential in diesem Markt gibt.

Euer Business basiert darauf, Frauen bezahlte Dates zu vermitteln. Vermutlich sehen die meisten das als eine romantisierte Umschreibung für Sexvermittlung! Wie sind die Reaktionen deiner Umwelt darauf, eine solche Dienstleistung zu vermitteln?

Pia Poppenreiter: Menschen dir mir nahe sind, kennen meine Absichten und wissen, dass ich mich gerne mit Themen beschäftige, die tendenziell unkonventionell sind. Ich liebe es einfach Leute dazu zu bringen, ihr Weltbild in Frage zu stellen. Natürlich gibt es auch kritische Stimmen. Das natürlich nicht jeder ein Fan von meinem Tun ist, ist klar. Immerhin beschäftigen wir uns mit einem hochemotionalen, gesellschaftskritischen Thema.

Ihr seid gerade eben in Berlin gestartet. Wie geht es jetzt weiter?

Pia Poppenreiter: Wir lauchen Ohlala pünktlich zum Oktoberfest in München und parallel zur IAA in Frankfurt.

Euer Vermittlungsservice ist kostenlos. Wie finanziert ihr euch?

Pia Poppenreiter: Wir haben Fremdkapital von Business Angel aufgenommen – vor dem Launch hatten wir eine kleine Finanzierungsrunde.

Ohlala ist bereits dein zweiter Anlauf mit einer ähnlichen Idee. Was ist beim ersten Mal schief gegangen und was wird diesmal besser?

Pia Poppenreiter: Beim ersten Mal bist du einfach überwältigt von der Anzahl der Herausforderungen, der du dich täglich stellen musst – zumindest ging es mir so. An der Summe aller Fehler sind wir als Team zerbrochen. Schlussendlich haben wir dann einfach nicht mehr die gleiche Vision geteilt und wollten in zwei verschiedene Richtungen laufen.

Beim zweiten Mal fällt mir vieles leichter – man kennt ein paar Abkürzungen und hat ein wertvolles Netzwerk. Wir haben auch sehr gute Angels und Mentoren die uns mit Rat und Tat zur Seite stehen. Das ist unheimlich wertvoll.

Gehen Frauen deiner Meinung nach anders an eine Unternehmensgründung heran als Männer?

Pia Poppenreiter: Ich kann nur für mich sprechen. Ich zum Beispiel bin fanatisch. Die Leidenschaft gibt mir die Kraft die sogenannte „extra mile“ zu laufen. Andere Gründer gehen z.B. mit einem gewissen Kalkül an die Sache und sehen das eher emotionslos. Jeder muss für sich herausfinden, was die richtige Methode ist, unabhängig ob Frau oder Mann.

Und haben sie mit anderen Problemen zu kämpfen? Oder gar Vorurteilen?

Pia Poppenreiter: Nein, ganz im Gegenteil. Ich hab oft das Gefühl in der Start-Up Branche bevorzugt zu werden, weil ich eine Frau bin. Ich hab auch keine Sekunde damit verbracht mir Gedanken über Probleme oder Vorurteile des Frauseins in meinem Beruf zu machen. Unterm Strich zählt die Performance.

Deine wichtigste Botschaft an alle Frauen da draußen, die ein Unternehmen gründen möchten:

Pia Poppenreiter: The race is long and at the end it is only with yourself.

Vielen Dank, Pia, und viel Erfolg für euren Start in München und Frankfurt!

Die gebürtige Österreicherin Pia Poppenreiter hat nach ihrem BWL Studium und einem kurzen Ausflug ins Investmentbanking ihre erste Geschäftsidee PEPPR umgesetzt. Ohlala ist nun der zweite Start mit einer Seite für Sexdienstleistungen und andere bezahlte Dates, den Pia Poppenreiter mit ihrem Mitgründer Torsten Stüber umgesetzt hat.